Pharma News

Weniger Zeitdifferenzen – Arzneimittelverfügbarkeit besser abstimmen

 

Anlässlich der derzeit geführten Debatte um den Sonderfall einer Patientenversorgung mit noch nicht in der EU zugelassenen Arzneimitteln sagt BPI-Hauptgeschäftsführer Dr. Kai Joachimsen:  

„Alle Beteiligten sollten sich erinnern, dass Patienten aufgrund der Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts („Nikolausurteil“) bei einer lebensbedrohlichen Erkrankung unter bestimmten gesetzlich definierten Voraussetzungen einen Versorgunganspruch gegenüber ihrer Krankenkasse auch dann haben, wenn das Arzneimittel unter anderem dafür nicht oder noch nicht zugelassen ist. Voraussetzung ist natürlich, dass eine Aussicht auf eine Heilung oder spürbare Verbesserung der Erkrankung besteht.
 
Die derzeitige Debatte geht daher insgesamt am Kern des Problems vorbei. Patienten sind heute etwa durch das Internet schneller und viel besser als früher darüber informiert, wenn Arzneimittel, die Ihnen möglicherweise helfen könnten, irgendwo auf der Welt zugelassen werden. Insofern sind Situationen, in denen Arzneimittel in einer Region der Welt bereits verfügbar sind und in einer anderen nicht, zunehmend schwierig zu handhaben. Das Problem verstärkt sich, je länger dieses Ungleichgewicht besteht und trifft insbesondere zu, wenn es sich um Arzneimittel mit einem hohen therapeutischen Bedarf handelt.
 
Alle Akteure sind daher aufgerufen, das ihnen Mögliche zu tun, zur Nivellierung dieser Zeiträume beizutragen. Wenn Arzneimittel in den großen Weltregionen mit weniger Zeitdifferenzen zugelassen werden und damit regulär verfügbar sind, verkleinert sich die aktuelle Problemlage erheblich.“
 
Der Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie e.V. (BPI) vertritt das breite Spektrum der pharmazeutischen Industrie auf nationaler und internationaler Ebene. Über 270 Unternehmen haben sich im BPI zusammengeschlossen.

 

Weitere Informationen finden Sie auf der BPI-Website

 

 

Betrug bei Krebsmedikamenten: DAK-Gesundheit schaltet Hotline für Versicherte

Kein Verdacht auf gestreckte Medikamente oder falsche Therapien

Die Staatsanwaltschaft Hamburg ermittelt gegen die Firma ZytoService sowie verschiedene Ärzte, Praxen, Apotheken, Krankenhäuser und Firmen. Es geht um den Verdacht des Betrugs und der Bestechung im Gesundheitswesen. DAK-Versicherte können sich nun bei einer Hotline informieren. Betroffene, die Probleme bei ihrer Versorgung befürchten, können sich ebenso an den Telefonservice wenden wie Angehörige oder solche, die sich momentan in einer Krebstherapie befinden. Die Hotline unter der Rufnummer 040 / 325 325 975 ist Montag bis Freitag von 8 bis 11 Uhr besetzt sowie Montag bis Donnerstag zusätzlich von 14 bis 16 Uhr.


Der Verdacht der Staatsanwaltschaft umfasst momentan Bestechung und Betrug in Millionenhöhe: Laut Presseberichten soll die Firma ZytoService Ärzten Vorteile verschafft haben und dadurch über ein illegales Geschäftsmodell an lukrative onkologische Rezepte gelangt sein. Über konzernnahe Apotheken wurden onkologische Mittel dann zu Unrecht bei den Kassen abgerechnet. Dabei ist jedoch nicht davon auszugehen, dass die onkologischen Therapien selbst fehlerhaft waren oder Medikamente gestreckt oder verunreinigt wurden und dadurch eine Gefahr für die Patienten entstanden ist. Vielmehr führte das betrügerische Konstrukt zu hohen finanziellen Schäden bei den Kassen. Für Versicherte, die selbst von einer Krebstherapie, vor allem einer parenteral zytostatischen Therapie beziehungsweise Chemotherapie betroffen sind, Angehörige in onkologischer Behandlung haben oder sich über eventuelle Auswirkungen auf die Arzneimittelversorgung informieren möchten, schaltet die DAK-Gesundheit deshalb ab sofort eine Info-Hotline.  Die Hotline unter der Rufnummer 040 / 325 325 975 ist Montag bis Freitag von 8 bis 11 Uhr besetzt sowie Montag bis Donnerstag zusätzlich von 14 bis 16 Uhr.

Weitere Informationen gibt es auf
www.dak.de/betrugsermittlungen-hotline


 

Zurück zum Newsletter