Zeckenbisse: Wie man sich schützen kann

Berlin (ots)

Die ersten Bundesländer starten in die Sommerferien und aufgrund der Corona-Pandemie verbringen viele Deutsche ihren Urlaub im eigenen Land. Doch durch die milden Winter sind die Zecken nun auch in Deutschland auf dem Vormarsch und ganzjährig anzutreffen. Ab etwa sieben Grad Celsius werden die kleinen Blutsauger aktiv - und können bei einem Stich Krankheiten übertragen. Die Stiftung Gesundheitswissen informiert, wie Sie sich vor einem Zeckenbiss schützen können, wann man nach einem Stich zum Arzt gehen sollte und in welchen Gebieten Zecken eine Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) übertragen können.

Warum sollte ich mich gegen Zecken schützen?

Ein Zeckenstich selbst (im Volksmund auch Zeckenbiss genannt) ist in der Regel nicht schmerzhaft. Aber da sich Zecken vom Blut anderer Tiere ernähren, können sie Krankheitserreger übertragen. Die häufigste Zeckenart in Deutschland, der gemeine Holzbock, kann zum Beispiel Borrelien (die Auslöser einer Borreliose) oder Frühsommer-Meningoenzephalitis-Viren (FSME) übertragen.

FSME und Borreliose - woran erkennt man sie?

Die Infektionskrankheit Borreliose und die Frühsommer-Meningoenzephalitis zählen zu den beiden am häufigsten durch Zecken übertragenen Krankheiten. Borreliose wird durch Borrelien-Bakterien ausgelöst. Die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) ist eine Viruserkrankung, die eine Hirnhautentzündung auslösen kann. Sie ist auf bestimmte Regionen beschränkt. Fälle bei Menschen sind meldepflichtig.

Borreliose

Borreliose kann verschiedene Organsysteme betreffen- vor allem die Haut, das Nervensystem und die Gelenke. Anzeichen sind kreisförmige Hautrötungen um die Stichstelle ("Wanderröte"), brennende Nervenschmerzen, grippeähnliche Symptome oder Gelenkschmerzen, die manchmal erst nach Monaten oder Jahren auftreten können. Die meisten Fälle verlaufen mild, etwa mit reiner "Wanderröte", und sind mit Antibiotika gut behandelbar.

FSME

Eine Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) zeichnet sich durch grippeähnliche Symptome (Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen) etwa ein bis zwei Wochen nach dem Stich einer infizierten Zecke aus. Nach einer Pause von einigen Tagen bis drei Wochen können dann erneut Fieberattacken sowie neurologische Beschwerden wie Bewusstseinsstörungen oder Lähmungen auftreten. Möglich ist eine Hirnhautentzündung (Meningitis) oder eine Rückenmarkentzündung (Myelitis).

Das Risiko, an Borreliose zu erkranken, lässt sich nur schwer ermitteln, da Zahlen zur Häufigkeit fehlen. Nicht jede Zecke trägt den Erreger in sich. Laut Studien liegt das Risiko für eine Borrelien-Infektion nach einem Zeckenstich zwischen ein und 5,6 Prozent. Nur bei weniger als 1,5 Prozent der Zeckenstiche ist mit Krankheitssymptomen zu rechnen. Das Risiko dafür steigt, wenn die Zecke älter ist und schon länger in der Haut gesteckt hat.

Für den vollen Impfschutz sind drei Impfungen in bestimmten Abständen nötig. Danach besteht laut RKI bei 99 Prozent der Geimpften ein vollständiger Schutz, der mindestens drei Jahre anhält. Die Impfung ist in der Regel gut verträglich, kann aber bei kleinen Kindern teilweise fiebrige Reaktionen auslösen. Bei Kindern unter drei sollten Eltern daher sorgfältig zusammen mit dem Kinderarzt die Notwendigkeit einer Impfung abwägen. Informationen zur FSME-Impfung gibt es auf der Seite des RKI unter: https://www.rki.de/SharedDocs/FAQ/FSME/FSME-Impfung/FSME-Impfung.html

Weitere Informationen zum Thema finden Sie unter:

http://ots.de/D0zZqM

 

 

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