Newsletter 07 / März 2019: Pharma News

ABDA Bundesvgg. Dt. Apothekerverbände

Arzneimitteltherapie älterer Menschen kann gemeinsam verbessert werden

Eine noch engere interprofessionelle Zusammenarbeit von Ärzten, Pflegekräften und Apothekern kann die Arzneimitteltherapie älterer Menschen verbessern. Zu diesem Fazit kamen die Teilnehmer des Symposiums "Sichere Arzneimittel für die Generation 70Plus - Probleme und Lösungen" der Bundesapothekerkammer (BAK) heute ein Berlin.

In der Bundesrepublik leben rund 13,7 Millionen Bundesbürger ab 70 Jahren, das entspricht einem Anteil von 15,7 % der Gesamtbevölkerung. Durchschnittlich jeder zweite Patient dieser Altersgruppe nimmt dauerhaft drei oder mehr Arzneimittel ein. "Jede Polymedikation birgt Risiken. Wenn die verschiedenen Berufsgruppen eng zusammenarbeiten, können wir gemeinsam viel verbessern. Das geht aber nicht über die Köpfe von Patienten und betreuenden Angehörigen hinweg, sondern nur mit ihnen zusammen - Stichwort Therapietreue", sagt BAK-Präsident Dr. Andreas Kiefer. "Pharmazeutische Dienstleistungen der Apotheker können die Arzneimittelversorgung verbessern, über die Abgabe und Beratung zum jeweiligen Medikament hinaus. Die Apothekerschaft erarbeitet derzeit Kriterien dafür, wie pharmazeutische Dienstleistungen qualitätsgesichert erbracht und auch angemessen honoriert werden können."

Beim Symposium vertrat Evelyne Hohmann, Geschäftsführerin der Landesvereinigung Selbsthilfe Berlin e.V., die Patientensicht. Prof. Dr. med. Petra Thürmann, Lehrstuhlinhaberin für Klinische Pharmakologie der Universität Witten-Herdecke, sprach über Arzneimittelrisiken im Alter. Der Apotheker Prof. Dr. Ulrich Jaehde, Leiter des Bereichs Klinische Pharmazie an der Universität Bonn und Mitglied der Arzneimittelkommission der Deutschen Apotheker (AMK), beleuchtete die Aufgaben, die Apotheker bei der Arzneimitteltherapiesicherheit übernehmen. Über die Rolle der Pflegenden in der Arzneimittelversorgung älterer Menschen referierte Christine Vogler, Leiterin der Wannsee-Schule für Krankenpflege und Vizepräsidentin des Deutschen Pflegerats e.V..

Weitere Informationen unter www.abda.de

Original-Content von: ABDA Bundesvgg. Dt. Apothekerverbände

 

 

BKK·VBU zahlt Impfung gegen Gürtelrose - noch vor G-BA-Beschluss

So harmlos, wie der Name "Gürtelrose" (Herpes Zoster) klingt, ist die Krankheit nicht. Hinter der Gürtelrose verbirgt sich eine ernstzunehmende Erkrankung, die langwierige Nervenschmerzen auslösen kann. Um ihr vorzubeugen, empfiehlt die ständige Impfkommission am Robert-Koch-Institut (STIKO) die Impfung gegen Herpes Zoster für Menschen ab 60 Jahren. Bevor diese Impfung jedoch zur Kassenleistung wird, muss noch der Gemeinsame Bundesausschusses (G-BA) entscheiden. Dies soll im Frühsommer der Fall sein. "Die Betriebskrankenkasse Verkehrsbau Union (BKK VBU) hat sich dazu entschlossen, sofort zu handeln und zahlt schon jetzt die Kosten für die Impfung für die empfohlene Altersgruppe und darüber hinaus für Risikopatienten ab 50 Jahren", sagt Jens Hermes, Impfexperte der BKK·VBU.

Warum sollte geimpft werden?

Gürtelrose wird wie Windpocken (Varizellen) durch Varizella-Zoster-Viren verursacht. Jeder fünfte Erwachsene über 50 Jahren entwickelt mindestens einmal in seinem Leben eine Gürtelrose. Der Grund: Viele Erwachsenen haben in ihrem Leben bereits die Windpocken durchgemacht. Dabei nisten sich Viren im Körper in den Nervenzellen ein. Wenn das Immunsystem - beispielsweise im Alter - schwächer wird, können die Viren wieder aktiv werden und einen schmerzhaften Ausschlag, die Gürtelrose (Zoster), hervorrufen. "Deshalb empfiehlt die STIKO die Impfung gegen Gürtelrose Menschen ab 60 Jahren", so Jens Hermes. "Wer allerdings schon ein schwaches Immunsystem hat, zum Beispiel Menschen mit rheumatoider Arthritis, HIV-Infektion, angeborener oder erworbener Immundefizienz oder Immunsuppression, chronisch obstruktiven Lungenerkrankungen oder Asthma bronchiale, chronischer Niereninsuffizienz, chronisch entzündlichen Darmerkrankungen, systemischem Lupus erythematodes und Diabetes mellitus, sollte sich schon ab einem Alter von 50 Jahren impfen lassen."

Neue Impfung gegen Gürtelrose

Seit vergangenem Jahr gibt es einen neuen hochwirksamen Impfstoff gegen das Herpes-Zoster-Virus. Er kombiniert ein Virus-Antigen mit einem Wirkstoffverstärker und bietet ersten Studien zufolge einen mehr als 90-prozentigen Schutz vor einer Gürtelrose. Der neue Impfstoff ist damit deutlich wirksamer als die seit 2013 erhältliche Impfung mit einem Lebendimpfstoff, die im Schnitt nur jeden zweiten Patienten schützte.

Sofortige Kostenübernahme

Kunden der BKK·VBU, denen der Arzt diese Impfung empfiehlt, können sich ab sofort impfen lassen und die Kosten bei der BKK·VBU zur Erstattung einreichen. Die Impfkommission empfiehlt die Impfung für Erwachsene ab 60 Jahren. "Die BKK·VBU geht darüber hinaus und zahlt die Impfung auch für Erwachsene ab 50 Jahren", so Jens Hermes.

Weitere Informationen unter www.meine-krankenkasse.de.

 


BPI: Bundesrat rät R(W)ICHTIGES zum GSAV

Der Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie e.V. (BPI) sieht in den Beschlüssen der heutigen Sitzung des Bundesrates wichtige Ansätze für Änderungen am Gesetz für mehr Sicherheit in der Arzneimittelversorgung (GSAV). Das Gremium forderte Änderungen in der geplanten Hämophilie-Versorgung, der Aut-idem-Regelung für Biosimilars, den Rabattvertragsregelungen wie auch grundsätzlich am erweiterten Preismoratorium.
 
Aus Sicht des BPI kann aus der heutigen Bundesratssitzung nur das Fazit gezogen werden: „Das Bundesgesundheitsministerium muss seine Pläne im GSAV korrigieren. Wenn es die Anmerkungen des Bundesrates berücksichtigt, wäre das Gesetz tatsächlich seiner Zielsetzung von mehr Sicherheit in der Arzneimittelversorgung ein ganzes Stück näher“, so Dr. Martin Zentgraf, BPI-Vorstandsvorsitzender.
 
Hämophilie
Der Bundesrat befürchtet, dass die geplante Abschaffung der Direktabgabe von Gerinnungspräparaten durch Ärzte zu einer Schwächung der Zentrumsversorgung führt und damit die enge Bindung zwischen Zentrum und Patient entfällt. Diese Versorgungsmöglichkeit wurde durch das Transfusionsgesetz von 1998 geschaffen, um die Qualität der gesicherten Abgabe mit der damit einhergehenden gründlichen Dokumentation durch die behandelnden Ärzte zu gewährleisten. Der BPI hatte in seiner Stellungnahme zum GSAV darauf hingewiesen, dass die geplanten Gesetzesänderungen die Versorgungsqualität für Bluter gefährdet.
 
Biosimilars
Bedenken äußerte der Bundesrat an der vorgesehenen Aut-idem-Regelung für Biosimilars auf Apothekenebene für solche Wirkstoffe, für die der G-BA über die therapeutische Gleichwertigkeit positiv entschieden hat. Dies würde zu einem verstärkten Preisdruck führen und wohlmöglich mittelfristig die Produktion aus Europa verdrängen. Bei einer Abhängigkeit vom Import fürchtet der Bundesrat Liefer- und Versorgungsengpässe. Diese Analyse ist zutreffend, gesetzgeberische Eingriffe, die Fehlentwicklungen im Generikamarkt nun auch auf den Bereich der Biosimilars übertragen, gefährden den Produktionsstandort Deutschland und damit die Versorgung der Patienten.
 
Rabattverträge
Als zu unbestimmt und ungeeignet für ein Mehr an Versorgungssicherheit, bezeichnete der Bundesrat die geplanten Rabattvertragsregelung im generischen Segment. Für eine bedarfsgerechte Versorgung müsse die Vergabe an mehrere pharmazeutischen Unternehmern sichergestellt werden, und hier der Produktionsstandort Europa gesondert berücksichtigt werden. Die Versorgung im generischen Markt auf eine breitere Basis zu stellen, und die hiesige Produktion zu stärken, ist ein wichtiger Schritt in Richtung Versorgungssicherheit.
 
Preismoratorium
Der Bundesrat spricht sich außerdem dafür aus, die Regelungen zum erweiterten Preismoratorium zu modifizieren. So soll die Zulassung einer neuen Indikation zukünftig nicht mehr unter das erweiterte Preismoratorium fallen. Die Zulassung neuer Indikationen oder einer neuen Darreichungsform für weitere Patientengruppen sollen entsprechen honoriert und somit Anreize für Forschung und Entwicklung geschaffen werden. Auch dies ist im Sinne der Patientenversorgung und der weiterentwickelnden Forschung an bekannten Wirkstoffen ein wichtiges Signal.
 
Der Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie e.V. (BPI) vertritt das breite Spektrum der pharmazeutischen Industrie auf nationaler und internationaler Ebene. Über 260 Unternehmen haben sich im BPI zusammengeschlossen.

www.bpi.de

 

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